Atemaussetzer im Schlaf sind sehr ernst zu nehmnde Ereignisse und können zu chronischen Krankheiten führen

Die obstruktive Schlafapnoe-Erkrankung

Das Auftreten der obstruktiven Schlafapnoe-Erkrankung liegt bei der erwachsenen Bevölkerung zwischen 9% und 38% und ist bei Männern im Vergleich zu Frauen höher. Die Prävalenz nimmt mit zunehmendem Alter zu. Die diagnostischen Kriterien sowie die Altersgruppen und Grenzwerte der Indizes, die für die Meldung von Schlafapnoe verwendet wurden, variierten jedoch zwischen den Studien stark. Auch die gemeldete Prävalenz von OSA/OSAS variierte je nach den verwendeten diagnostischen Kriterien und dem Alter und Geschlecht der Studienpopulation erheblich.

Die obstruktive Schlafapnoe-Erkrankung (OSA) ist ein Zustand, der durch wiederholte Episoden teilweiser oder vollständiger Obstruktion der Atemwege während des Schlafs gekennzeichnet ist. Die Reaktion des Körpers auf die behinderte Atmung führt zur Stresssituation für das Gehirn, zur Aktivierung des Sympathikus und zur Sauerstoffentsättigung im Blut. Wiederholte Episoden einer Obstruktion oder Verengung der oberen Atemwege während des Schlafs können zu einer Fragmentierung des Schlafs und zu nicht erholsamem Schlaf führen. Personen mit OSA klagen in der Regel über Müdigkeit, exzessive Tagesschläfrigkeit, Schlaflosigkeit oder morgendliche Kopfschmerzen, jedoch sind viele asymptomatisch. Die wichtigste Darstellung oder Messgröße für die Diagnose der OSA ist der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI). Dieser spiegelt die durchschnittliche Anzahl signifikanter Atmungsstörungen pro Schlafstunde wieder und wird während einer Polysomnographie (Schlafmessung) ermittelt.

Goldstandard der Messung ist entweder die laborgestützte, vom geschulten Personal begleitete Polysomnographie (d.h. Typ-1-Schlafstudie) oder die vollständige Polysomnographie zu Hause (Typ-2-Schlafstudie). Screening-Fragebögen werden verwendet, um Personen mit hohem OSA-Risiko zu ermitteln, die anschliessend im Schlaflabor untersucht werden. Die OSA entwickelt sich zu einem bedeutenden Gesundheitsproblem, insbesondere in Ländern mit hohem Einkommen. Ihre hohe sozioökonomische Bedeutung hängt sowohl mit den ihr zuzuschreibenden Gesundheitskosten als auch mit ihrem Beitrag als stabiler Risikofaktor für kardiovaskuläre, metabolische und psychiatrische Störungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall, Diabetes und Depression zusammen.

Viele Studien haben gezeigt, dass die OSA sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch in spezifischen krankheitsbedingten und bevölkerungsbezogenen Untergruppen eine sehr weit verbreitete Erkrankung ist. Die berichtete Prävalenz von OSA hat im Laufe der Zeit zugenommen, was zum Teil auf die steigenden Raten der Adipositas zurückzuführen ist. Adipositas ist als ein wichtiger Risikofaktor für OSA anerkannt und in den letzten 25 Jahren ist weltweit ein enormer Anstieg der Adipositasrate zu verzeichnen.

Die Prävalenz in der älteren Bevölkerung ist auffallend hoch; einen AHI von 5 pro Stunde zeigten 88% der Männer im Alter von 65-69 Jahren und 90% der Männern im Alter von 60-85 Jahren, die entsprechenden Zahlen bei Frauen lag bei 66% und 78%. Die wichtige AHI-Grenze bei 15 pro Stunde liegt in der gesamten erwachsenen Bevölkerung zwischen 6% und 17%, während sie beiden fortgeschrittenen Altersgruppen sogar 49% betrug.



PROF. DR. NAIM SCHLAFLABOR
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